ÜBER WEIN-IMAGE
Im Zusammenhang mit Wein-Image findet man die Begriffe #Seele, #Wein und #Genuss, Oliver, was hat es damit auf sich?
Fangen wir mit der Seele an. Schon in der Grundschulzeit schrieb meine Klassenlehrerin in meinem ersten Zeugnis „Oliver ist ein guter Beobachter“. Ich wollte schon immer wissen, was hinter den Dingen steckt und wie Dinge wahrgenommen werden und ihnen auf den Grund gehen. Mit einem Studium der Psychologie, das ich vor über 33 Jahren mit einem Diplom abschließen konnte, hatte ich weitere Erkenntnisse gewinnen können. Mein Schwerpunkt lag auf dem Bereich der visuellen Wahrnehmung und Informationsverarbeitung durch den Menschen. Ich wollte immer wissen, wie Bilder und Informationen nachhaltig in Erinnerung bleiben und von Menschen verarbeitet werden.
Die Erkenntnisse hieraus spiegeln sich schließlich auch in meinem fotografischen Stil wider. Immer mit der Absicht, durch Fotos die Seele und die Einzigartigkeit des Motivs einzufangen und dann damit auch die Seele der Menschen zu berühren.
Kommen wir nun zum Thema Wein. Wie bist Du zum Wein gekommen?
So im Alter von zwölf Jahren hatte ich noch kein eigenes Zimmer. Das heißt insbesondere am Wochenende wurde in diesem Zimmer auch gemeinsam gegessen und natürlich auch Wein getrunken. Dort gab es einen alten Bücherschrank aus den 1920er-Jahren, den meinVater von seinem besten Freund einmal geschenkt bekommen hatte. Hier drin waren auch meine Spielsachen. Direkt neben dem Schrank stand sehr häufig noch eine Flasche mit etwas Rest vom Wein vom Sonntagsessen.
Also probierte ich auch ab und zu davon und bin im wahrsten Sinne des Wortes auf den Geschmack gekommen. An diesen erinnere ich mich noch heute. Es muss ein restsüßer Wein von der Mosel gewesen sein. Schließlich ist mein Interesse am Wein auch irgendwann meinem Vater aufgefallen und die Flasche mit dem restlichen Sonntags-Wein ist in der Zukunft dann im Kühlschrank gelandet.
Da hattest du ja schon sehr früh deine ersten Weinerlebnisse. Wie ging es denn weiter?
Aus dem damaligen Bücher- und Spieleschrank wurde irgendwann ein Barschrank, der später von mir mit Licht und Glasplatten ausgestattet wurde. Noch heute steht er in unserem Wohnzimmer. Die eher professionelle Auseinandersetzung mit dem Thema Wein erfolgte vor ungefähr 20 Jahren mit dem Umzug von Hamburg nach Frankfurt am Main.
Durch die Nähe zu den Weinbaugebieten Rheingau und Rheinhessen lag das Gute also sehr nahe. An den Wochenenden sind Weinwanderungen, Weinproben und schließlich auch Rebstockpatenschaften auf unserem Programm. So gehören mittlerweile auch einige namhafte Winzer zu unserem Freundeskreis.
Dein Weinwissen und -interesse blieb ja nicht nur an der Oberfläche?
Stimmt, die Ausbildung zum Assistant Sommelier und die internationale WSET Zertifizierung an der Ahr folgten vor einigen Jahren. Gute Kenntnis vom Wein hilft auch, die passenden fotografischen Perspektiven und tiefgründigen Blickwinkel für Weinregionen zu finden und herauszuarbeiten.
Ausgedehnte Weinreisen in der ganzen Welt gehören zu unseren Urlaubsaktivitäten. Sei es in der Nähe wie in Franken, Rheinhessen oder im Elsass, aber auch in Österreich, in Portugal oder in den verschiedenen Regionen Italiens genauso wie mehrfache Reisen nach Südafrika. So glaube ich auch, dass ein Weinstock mit einem guten Ausblick auch einen guten Wein hervorbringen kann. Und damit sind wir auch wieder bei der Seele des Weins.
Wie entwickelte sich das Thema Fotografie und Fotodesign bei dir?
Angefangen hatte alles als Kind mit einer Agfa Ritsch-Ratsch-Klick-Kamera … eine AGFAMATIC 3008. Auch Projektgruppen in der Schule mit damals noch analoger Fotografie, weckten mein kontinuierliches Interesse am Fotografieren. Eine Canon AE-1 war damals mein fotografisches Werkzeug. Meinen persönlichen Durchbruch brachte schließlich die digitale Fotografie und Kurse der Leica Akademie in Wetzlar.
Welche Rolle spielt das Thema Qualität in deiner Fotografie?
Sowohl handwerkliche als auch künstlerische Qualität finde ich enorm wichtig. So gehört gutes Handwerkszeug dazu, um auch gute Ergebnisse zu erhalten.
Aber wie beim Koch macht eine guter Topf alleine kein gutes Essen. Zu meinen persönlichen Vorlieben zählt auf der einen Seite die Landschaftsfotografie, aber ebenso auch die Fotografie bei wenig Licht, also die Available Light Fotografie. Die besondere Stimmung gerade in der blauen oder goldenen Stunde einzufangen und auch kleine Details in einem Foto einzufangen, sind mir ein ganz besonderes Anliegen.
Gibt es bei dir bestimmte Vorbilder zum Thema Fotografie und Kunst?
Wen ich als Fotografen sehr schätze, ist Steve McCurry, den ich im Rahmen einer Veranstaltung in Frankfurt Frankfurt am Main auch persönlich kennen lernen konnte. Gerade seine Portraits ziehen einen in den Bann. Nicht zu vergessen die amerikanischen Fotografen Ansel Adams oder Stephen Wilkes.
Und dann gibt es noch das deutsche Universalgenie Johann Wolfgang von Goethe. Ich glaube er konnte wie kein anderer die Themen Farbe, Reisen, Literatur, Struktur und vor allen Dingen auch Genuss miteinander in Beziehung setzen. Für mich bietet Goethe ein sehr hohes Identifikationspotenzial.
Wie bist du nun auf die Idee von Wein-Image gekommen?
Sharing is caring heißt es nicht nur beim Genuss, sondern für mich auch beim teilen besonderer Eindrücke und Erlebnisse. Genauso wie Goethe einen literarisch an seiner Italienreise hat teilnehmen lassen.
Ich teile nicht nur gern die Flasche Wein und wunderbares Menü mit meiner Frau und Freunden, sondern auch die Impressionen und Emotionen, die mit diesen Tropfen, ihrer Herkunft und besonderen Momenten verbunden sind. Momente voller Seele, mit Wein und Genuss, die ich auf Fotos festgehalten habe.
1976: Start der fotografischen Laufbahn mit einer Canon AE-1 Spiegelreflex-Kamera. Mehr über das Portfolio und die Fotos von Oliver Bube auch auf flickr , der Leica International Foto Plattform (LFI) oder Instagram. Die Professionalität als Fotograf wird dokumentiert durch:
Damit Sie für Ihr Projekt ermitteln können, welche Bildqualität notwendig ist erhalten Sie hier Links zu Pixel-Rechnern. Damit können Sie auch berechnen, in für welche Druckgröße das jeweilige Foto geeignet ist: